10 Millionen Autos parken jede Nacht an deutschen Straßen – ohne jede Chance auf eine Lademöglichkeit. Wer kein eigenes Grundstück hat, steht vor einer Wand aus Vorschriften, Ablehnungen und Behörden-Ping-Pong. Der Weser-Kurier hat heute gezeigt, wie absurd die Lage allein in Bremen ist: Ladekabel über den Gehweg? Verboten. Ladebordstein vor dem Haus? Keine Genehmigung. Die Botschaft der Verwaltung an E-Auto-Fahrer ohne Garage: Pech gehabt. Und das Problem beschränkt sich nicht auf Bremen – es ist ein deutschlandweites Systemversagen. Die gute Nachricht: Die Community baut sich ihre eigene Lösung.
Das Wichtigste in Kürze
- 34% aller autobesitzenden Haushalte in Deutschland haben keinen festen Stellplatz – das sind rund 10 Millionen Fahrzeuge
- In Großstädten haben nur 25% der Autobesitzer einen Stellplatz mit Stromanschluss
- 80% der heutigen E-Auto-Besitzer laden zu Hause – aber nur 37% der potenziellen Käufer haben diese Möglichkeit
- Kein deutsches Bundesland erlaubt flächendeckend das Verlegen von Ladekabeln über Gehwege
- Community-Ladestationen auf privatem Grund bieten eine sofort verfügbare Alternative
Bürokratie blockiert: Warum Laternenparker nicht laden dürfen
Das Grundproblem ist simpel: Wer sein E-Auto an der Straße parkt und zu Hause Strom hat, darf beides nicht verbinden. Ein Ladekabel über den Gehweg zu legen ist nach §32 StVO praktisch überall in Deutschland verboten – egal ob mit Kabelbrücke, Kabelschacht oder sonstigen Sicherungen.
Das Verwaltungsgericht Frankfurt hat die Richtung bereits 2022 vorgegeben: Selbst mit Kabelbrücken und Sicherheitsmarkierungen sei die barrierefreie Nutzung des Gehwegs nicht gewährleistet. Seitdem berufen sich Städte quer durch die Republik auf dieses Urteil.
| Stadt | Regelung |
|---|---|
| Bremen | Grundsätzlich keine Sondernutzungserlaubnis für Ladekabel |
| Köln | Explizites Verbot – auch mit Kabelbrücken oder Schutzmatten |
| Mainz | Nicht erlaubt – egal ob temporär oder dauerhaft |
| Frankfurt | VG-Urteil als Präzedenzfall für ganz Deutschland |
| Berlin, Hamburg, München | Kein spezifisches Verbot, aber faktisch unmöglich |
In Bremen ist die Lage besonders paradox: Ein neues Sondernutzungskonzept teilt die Stadt in fünf Bündel auf, für die sich nur professionelle Ladeinfrastrukturbetreiber bewerben können. Privatleute, die mit einem Partner wie cocharge einen einzelnen Ladepunkt vor ihrem Haus installieren wollen, haben laut Behörde “keine Chance mehr”.
cocharge-Gründer Maxim Haddad bringt es auf den Punkt: “Warum müssen Lösungen immer Top-down sein? Wir würden uns mehr innovatives Out-of-the-Box-Denken wünschen.”
Die nächste Welle der E-Auto-Käufer bleibt hängen
Die Zahlen zeigen, warum dieses Problem die gesamte Verkehrswende gefährdet. Die bisherigen E-Auto-Besitzer sind die “einfachen” Fälle – Menschen mit Eigenheim, Garage und Wallbox. Diese Zielgruppe ist weitgehend erschlossen.
Die nächste Welle? Das sind Mieter, Bewohner von Mehrfamilienhäusern, Laternenparker. Laut ADAC nennen 51% der Kaufinteressenten mangelnde Ladeinfrastruktur als Hinderungsgrund – direkt nach dem Preis. Deutschland ist Mieterland Nummer 1 in Europa mit einer Eigentumsquote von nur 47,3%. Zwei Drittel leben in Mehrfamilienhäusern. Nur 7% der Tiefgaragen in Mehrfamilienhäusern haben Wallboxen.
Die Rechnung ist einfach: Ohne Lösung für Laternenparker wird Deutschlands E-Mobilität an einer unsichtbaren Decke abprallen.
Was andere Länder besser machen
Während Deutschland diskutiert, handeln andere:
Niederlande: Ladestation auf Antrag
Jeder Einwohner, der ein E-Auto besitzt und keine private Lademöglichkeit hat, kann bei seiner Kommune eine öffentliche Ladesäule beantragen. Das System hat über 150.000 öffentliche Ladepunkte hervorgebracht – die Ladedichte ist fünfmal so hoch wie in Deutschland.
Großbritannien: Laternen als Ladepunkte
Über 11.500 Laternen-Ladepunkte sind bereits in Betrieb – pro eine Million Pfund Budget können 700-800 Laternen-Lader statt nur 60-75 Schnelllader installiert werden. Der LEVI Fund investiert £381 Millionen in weiteren Ausbau.
Norwegen: Recht auf Laden
Seit 2017 können Bewohner von Mehrfamilienhäusern die Installation eines Ladepunkts rechtlich einfordern. Der Staat übernimmt 20-50% der Kosten.
Frankreich: Null Eigenkosten
Über das Logivolt-Modell finanziert die Banque des Territoires 100% der Infrastruktur in Mehrfamilienhäusern. Nach 15 Jahren geht die Anlage für 1€ an die Eigentümergemeinschaft.
Die Community-Lösung: Laden auf privatem Grund
Doch wer auf die Politik wartet, wartet lange. Die pragmatische Lösung existiert bereits: Community-Laden auf privatem Grundstück.
Das Prinzip: Wer eine Wallbox besitzt – auf dem eigenen Grundstück, am eigenen Haus, auf dem Firmenparkplatz – kann diese öffentlich zugänglich machen. Keine Gehweg-Problematik, keine Sondernutzungserlaubnis nötig. E-Auto-Fahrer finden die Station über Google Maps, Apple Maps und alle großen Lade-Apps, laden auf, und der Host verdient mit.
| Was cocharge Hosts bieten | Was cocharge übernimmt |
|---|---|
| Eine Wallbox auf eigenem Grund | Registrierung bei der Bundesnetzagentur |
| Stromanschluss | Eichrechtskonforme Abrechnung |
| 7 Minuten für die Einrichtung | Sichtbarkeit auf 15+ Apps und Navi-Systemen |
| Monatliche automatische Auszahlung | |
| Monatlicher Cashflow aufs Konto |
Das ist kein theoretisches Konzept – es funktioniert heute. In über 128 Städten und allen 16 Bundesländern stehen bereits Community-Ladepunkte. Hosts verdienen durchschnittlich ca. 200€ pro Monat pro Ladepunkt. Die Amortisation einer Wallbox liegt bei rund 12 Monaten.
Warum Community-Laden mehr ist als eine Notlösung
Dezentrale Ladeinfrastruktur auf privatem Grund löst gleich mehrere Probleme auf einmal:
- Kein Genehmigungsmarathon – Private Wallboxen auf eigenem Grund brauchen keine Sondernutzungserlaubnis
- Sofort verfügbar – Keine jahrelangen Planungsverfahren wie bei kommunaler Infrastruktur
- Flächendeckend – Überall dort, wo Menschen wohnen und arbeiten, nicht nur an Autobahnen
- Wirtschaftlich sinnvoll – Hosts verdienen, Fahrer laden, niemand subventioniert
- Solarstrom sinnvoll nutzen – Überschüssiger PV-Strom wird für ca. €0,42/kWh netto verkauft statt für 8 Cent eingespeist
Während der Staat Milliarden in das Deutschlandnetz für Schnelllader an Autobahnen investiert, fehlt es genau dort an Infrastruktur, wo 90% des Ladens stattfindet: zu Hause, beim Arbeitgeber, beim Einkaufen – in der Nachbarschaft.
Fazit: Die Community baut, was der Staat nicht liefert
Deutschlands Laternenparker-Problem ist kein technisches Problem. Es ist ein regulatorisches. Während Behörden Anträge ablehnen und auf Konzepte verweisen, die Privatleute ausschließen, baut die Community ihre eigene Ladeinfrastruktur – Wallbox für Wallbox, Nachbarschaft für Nachbarschaft.
Die großen Ladebetreiber bauen dort, wo es sich für sie rechnet: an Autobahnen und in Innenstädten. Die 200.000 Standorte, die heute eine Ladestation brauchen? Die baut keine Konzernzentrale. Die bauen Nachbarn, kleine Unternehmen und Hosts, die ihre Wallbox teilen.
Gemeinschaft schlägt Monopol. Eine Ladestation nach der anderen.
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